07.03.

Do / 16:15

Ernten, Pflügen, Scheren. Vorindustrielle Bewirtschaftung in James Mitchells Szenen aus Schottland (1934) und Angharad Prices Das Leben der Rebecca Jones (2002)

Im Rahmen der Tagung "Land-Wirtschaft: Perspektiven auf agrarische Arbeit"

Laura Reiling

LWL-Museum Zeche Zollern, Grubenweg 5, 44388 Dortmund, Seminarraum 3

Der Vortrag untersucht drei Erzählungen aus James Mitchells Band „Szenen aus Schottland“ (1934; ins Deutsche übertragen von Esther Kinsky) und Angharad Prices Roman „Das Leben der Rebecca Jones“ (2002; übers. v. Gregor Runge). Sowohl die Erzählungen von Mitchell als auch der Roman von Price sind geprägt von der Verhandlung abgelegener ruraler Räume (Schottland und Wales), ländlichen Lebens und bäuerlicher Arbeit. Sie zeigen eine realistische Perspektive auf agrarische Arbeit, die nicht in den Modus der Idylle/Romantisierung fällt. Es zeigt sich eine bemerkenswerte Spannung zwischen der Härte der landwirtschaftlichen Arbeit und der engen Verbundenheit der Figuren mit dem bewirtschafteten Land. Formuliert mit Barbara Piatti und Thomas Streifeneder, können die fiktionalen Texte als ‚Rural Writing‘ oder ‚Rural Criticism‘ gelesen werden. Landwirtschaft hat eine Resonanzqualität, die die Figuren und die Landschaft verbindet und darüber hinaus den erzählerischen Ton insofern prägt, als sich die Kargheit der Natur und die Härte des bäuerlichen Lebens in poetische und poetologische Kargheit übersetzen.