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17.07.

Do / 11:55 – 12:35

Faking it? Impostor-Figuren in Campus Novels

Vortrag im Online-Workshop "(Ein-)Gebildeter Hochstapler. Das Impostor-Syndrom in Literatur, Film und Populärkultur"

Laura M. Reiling, KWI

Online

In ihrem Artikel „Why Everyone Feels Like They’re Faking It“ 2023 im New Yorker führt die Autorin Leslie Jamison für Menschen mit Impostor-Syndrom verschiedene Beispiele an, die augenfällig im akademischen Feld situiert sind. Exemplarisch formuliert sie: „A graduate of Trinity College Dublin confessed that her feelings of fraudulence were so strong that she’d been unable to enter the college’s library for her entire first year.“ Auch die autobiographische Reflexion des eigenes Umgangs mit Impostor wird an den akademischen Raum rückgebunden. Die Universität scheint ein prädestinierter Ort für die Entwicklung von Impostor zu sein; auch ein Dossier des Deutschlandfunk Kultur nennt die Universität als exemplarische Topographie. Die Universität ist primär ein Raum akademischen Diskurses, aber zugleich auch ein hochgradig habitualisierter Raum. Die Verschränkung von Universität und Impostor wirft die Frage auf, inwiefern Impostor damit auch in dem literarischen Genre schlechthin über die Universität, in der Campus Novel, präsent ist und wie diese Texte Impostor-Figuren repräsentieren. Gerade in Texten, in denen das szientifische Agieren beschrieben wird (Lewitscharoff, Eugenides, Batuman, Rooney), zeigen sich Reflexionen der Erzählstimme, die das Nicht-Wissen, die Überforderung und die Frage, inwiefern die anderen Studierenden/Forschenden tatsächlich so viel kompetenter sind, diskutieren.