16.05.

Do / 16:15

In Serie gehen. Komische Modellierungen des Populären

Keynote-Vortrag im Rahmen der Tagung der Kommission für Kulturen populärer Unterhaltung und Vergnügung „HaHa. Das Komische des Populären“

Roxanne Phillips, KWI

Kulturcampus Universität Hildesheim, KC.50.3.02 (Aula im Hohes Haus)

ABSTRACT

Das Populäre des Komischen begründet seine kulturelle Wirkmacht. Daher versuchen politische, rechtliche, ethische oder ästhetische Diskurse und Praktiken seit jeher das Komische für strategische Zwecke zu mobilisieren oder aber als Gefahr zu beaufsichtigen. Wie steht es vor diesem Hintergrund mit dem Komischen des Populären?

In einem historischen Längsschnitt vom 18. bis zum 20. Jahrhundert fragt der Vortrag danach, wie ausgewählte komische Darstellungen das Populäre in seiner Wirkmacht modellieren und (um)gestalten. Besonderes Augenmerk wird dabei auf Serialität gelegt: Sie kennzeichnet die Produktionsbedingungen einer populären Komik, die mit dem Slapstickfilm fraglos in Serie geht, die aber auch bei komödiantischen Rollenfächern im 18. Jahrhundert anzutreffen ist. Serialität prägt gleichfalls konventionalisierte, d.h. im populären Wissen der Zeit verankerte Bewegungsabläufe, die plötzlich aus dem Fluss und komisch ins Stocken geraten.

Die diachrone Perspektive verspricht Aufschluss darüber, wie die untersuchten Komödien und Filme das Populäre in steter Auseinandersetzung mit zeitgenössischen medialen Techniken verhandeln. Zugleich tritt zutage, wie sie ihre eigene Popularität als etwas Komisches – auch im Sinne des Seltsam-Unheimlichen – reflektieren und funktionalisieren.