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01.07.

Mi / 10:30 – 12:00

CANCELLED/entfällt kurzfristig: Ortsresonanz

Literatur und Künstlerresidenzen

Laura M. Reiling, KWI

Online (Zoom) & Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Room 106, Goethestr. 31, 45128 Essen

Bitte beachten Sie: Krankheitsbedingt muss die Veranstaltung leider kurzfristig verschoben werden.

This session will be held in German.

Künstlerresidenzen haben sich in den letzten Jahren zu zentralen, vielfältigen Formaten kulturellen Austauschs entwickelt. Sie versprechen Zeit, Raum und materielle sowie symbolische Ressourcen für kreative Prozesse. Eingebettet sind sie in institutionelle und somit gleichermaßen soziale wie ökonomische Strukturen. Wer wann wo wie und warum gefördert wird, zeigt, wie Zugänge zum künstlerischen und akademischen Feld reguliert, wie ästhetische Praktiken geformt und wie Erwartungen an individuelle Produktivität und institutionelle Sichtbarkeit strukturiert werden. Das Projekt verortet sich in der Gegenwartsliteraturforschung und untersucht Texte von 1995 bis 2025, die im Rahmen von Autor*innen-Aufenthalten in den drei deutschen Künstlerresidenzen Villa Massimo (Rom), zu der auch die Casa Baldi (Olevano Romano) gehört, Villa Kamogawa (Kyoto) und Villa Aurora (Los Angeles) entstanden und durch einen Residenzbezug gekennzeichnet sind. Dieser ist, über paratextuelle Markierungen hinausgehend, oftmals thematisch und damit grundlegend. Der Begriff der Ortsresonanz ist hierbei zentral, weil viele der in Residenzprogrammen entstandenen Texte ihren Entstehungsort explizieren, was wiederum teils institutionell forciert wird. Das Forschungsprojekt schließt zum einen an kulturpolitische/-soziologische Forschung an, zum anderen an Forschung zu Schreibszenen, Literaturpreisen/-betrieb und Institutionenprosa. Zu diskutieren ist u.a., inwiefern die Förderung zwar einzelner Autor*innen, aber in interdisziplinären Zusammenhängen, die nicht nur temporäre Arbeits-, sondern auch Wohngemeinschaften sind, kollaboratives Arbeiten ermöglicht/anstößt, wie sich diese Kollaboration in den künstlerischen Arbeiten während der und nach den Aufenthalte(n) niederschlägt, wie sie sich auf schriftstellerische Praxen und Routinen auswirkt und ob/wie ebendiese Kollaboration sichtbar gemacht wird. Eruiert wird, wie die drei deutschen Künstlerresidenzen ästhetische Praktiken fördern, welche Fragestellungen dabei literarisch bearbeitet werden und wie die dezidiert gattungsdifferenten Texte Residenz, Ort und Kulturraum reflektieren.