17.04.

Mi / 18:30 – 20:00

Podiumsdiskussion: Kunst und Neue Rechte

Elke Gaugele (Akademie der bildenden Künste Wien), Sarah Held (Akademie der bildenden Künste Wien), Kathrin Rottmann (RUB), Friederike Sigler (RUB), Stephan Trüby (Universität Stuttgart),

Online (Zoom) & Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Gartensaal, Goethestr. 31, 45128 Essen

Seit die Neue Rechte mit kulturhegemonialen Konzepten Kunst für ihre Politik beansprucht, drängt sich auch für die Kunst- und Kulturwissenschaften die Frage nach einer neurechten künstlerischen Praxis auf. Was ist neurechte Kunst und wie lässt sie sich erfassen? Geht es um eine Rückkehr zur Kunst des Faschismus und ein Wiederaufleben einer reaktionären Ästhetik oder um die Besetzung neuer Formate, wie sie beispielsweise von der Identitären Bewegung vereinnahmt werden? Ist es für einen solchen Diskurs überhaupt ausreichend, nur über Kunst zu sprechen, oder müssen nicht auch die Bedingungen und Kontexte einbezogen werden: Institutionen, Netzwerke, Finanzierungen, Multiplikator*innen? Oder greift der Diskurs den Ereignissen vor, weil der Verweis auf Antonio Gramscis Theorien von organischen Intellektuellen bis zur Metapolitik nur Teil einer rechten Selbstinszenierung ohne dazugehörige Praxis ist?

Während eine breite öffentliche Debatte um rechte Kunst bisher ausgeblieben ist, untersuchen künstlerische und kunstwissenschaftliche Positionen seit einigen Jahren institutionelle Verstrickungen und rechte Ästhetiken. Dazu zählen die Studien des Architekturtheoretikers Stephan Trüby, der die architektonische und städtebauliche Agenda der Neuen Rechten untersucht, die Forschungen von Elke Gaugele und Sarah Held, die analysieren, wie neurechte Gewaltformen durch Mode normalisiert werden, und die Arbeiten von Friederike Sigler und Kathrin Rottmann, die das Verhältnis von Kunst und der Neuen Rechten analysieren.

Moderiert von Anja Schürmann (KWI) und Friederike Sigler (Ruhr-Universität Bochum) diskutieren Stephan Trüby (Universität Stuttgart), Kathrin Rottmann (Ruhr-Universität Bochum), Elke Gaugele und Sarah Held (beide Akademie der bildenden Künste Wien) anhand von Beispielen, in welchen Praktiken sich rechte Ästhetiken abzeichnen, mit welchen Methoden sie erkennbar werden und wie künstlerische und wissenschaftliche Praktiken dazu beitragen können, kulturhegemoniale als politische Strategien zu identifizieren.