Die Spaltung der Gesellschaft ist längst zu einem Gemeinplatz geworden. Hilft es uns aber weiter, sich an diesen wuchernden Topos zu klammern? Ist es nicht eher die Aufgabe guter Sozialwissenschaft, auch bei diesem Befund skeptisch nachzufragen? Ganz in diesem Sinne hat es der Bremer Soziologe Nils C. Kumkar unternommen, Polarisierung nicht nur als Krisensymptom, sondern als Funktionselement, nicht nur als Defizit, sondern auch als Routine demokratischer Selbstverständigung zu beschreiben. An der Polarisierung, so Kumkar, geht die Welt nicht zugrunde – sie ist vielmehr Code eines politischen Systems, das mit gespaltener Spitze spricht. Auf unserem Podium wird der Leipziger Soziologe Hannes Krämer die fachlichen Rückfragen übernehmen. Friedrich Balke und Julika Griem werden mit Befunden aus den Medien- und Kulturwissenschaften den gegenwärtigen Diskurs über Polarisierung anreichern.
24.06.
Mi / 18:30
Produktiv spalten? Polarisierung als kommunikative Herausforderung
Podiumsdiskussion
Nils C. Kumkar, Hannes Krämer
Online (Zoom) & Gartensaal, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestraße 31, 45128 Essen