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Rote Linien | Red Lines

Unter dem Titel „Rote Linien“ untersuchen wir im Jahr 2026/2027 Denkfiguren, die Grenzen mit Signalwirkung setzen. Mit welchen machtpolitischen und ästhetischen Verfahren werden rote Linien gezogen und zu welchem Zweck? Wie werden sie überschritten, ignoriert oder verteidigt? Wohin führen sie und inwiefern lässt sich auf ihnen als „thin red line“ überhaupt Halt finden?

Rote Linien markieren geographische und geopolitische Areale genauso, wie sie Räume des Möglichen und Sagbaren scheiden. Aktuell zeigt sich dies in der Kulturalisierung gesellschaftlicher Konflikte: Politische Auseinandersetzungen werden zunehmend als „Kulturkämpfe“ inszeniert, in denen rote Linien Lagerbildung in Gestalt unversöhnlicher Leitdifferenzen begünstigen. Im Rahmen des Jahresthemas geht es uns auch um die historische Einordnung dieser Zuspitzungsdynamiken.

Zudem indizieren rote Linien zeitliche Verläufe: Denkt man an Klimakurven oder Aktienkurse, versprechen rote Linien Aufschluss über vergangene oder prognostizierte Entwicklungen. Wieder andere Varianten begegnen uns in den roten Fäden von Schreibprozessen, die im Sinne der Leseführung eine zeitliche Komponente haben und zugleich metaphorisch die Navigation des Textes versprechen. Rote Linien manifestieren sich in Texten und Bildern bisweilen auch ganz konkret in editorischen Praktiken, wenn Verworfenes rot durchgestrichen oder Unverständliches rot unterkringelt wird.

Rote Linien scheinen unübersehbar und warnen vor Überschreitung, sie laden aber zugleich dazu ein, sie zu touchieren und zu übertreten. Als Bezeichnungen und Markierungen stellen sie somit nicht allein Begrenzungen dar, sondern immer wieder auch Anlässe, sich über ihre Missachtung zu erregen und auszutauschen – als Strukturelemente von Diskursbildung, von Debatten und Kontroversen. In den Veranstaltungen des Jahresthemas möchten wir uns mit Gästen auf der Bühne und im Publikum gemeinsam auf Expeditionen begeben: entlang verschiedener roter Linien, immer auf beiden Seiten der Unterscheidung.

Veranstaltungen

08.07.26

Rote Linien | Red Lines

Mi / 18:30

Was war Kulturkrieg? Auseinandersetzungen um Ideologie, Weltanschauung und Wissenschaft seit 1850

Podiumsdiskussion

Kurt Bayertz, Barbara Beßlich

Online (Zoom) & Gartensaal, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestraße 31, 45128 Essen

30.06.26

Events in EnglishRote Linien | Red Lines

Di / 18:30

Expropriation in Modern History

Nicholas Mulder

Online (Zoom) & Gartensaal, Institute for Advanced Study in the Humanities Essen (KWI), Goethestr. 31, 45128 Essen

24.06.26

Essener WissenschaftssommerRote Linien | Red Lines

Mi / 18:30

Produktiv spalten? Polarisierung als kommunikative Herausforderung

Podiumsdiskussion

Nils C. Kumkar, Hannes Krämer

Online (Zoom) & Gartensaal, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestraße 31, 45128 Essen

17.06.26

Rote Linien | Red Lines

Mi / 18:30

Die Kunst des roten Fadens

Vorträge und Gespräch

Andrea Polaschegg, Matías Martínez

Online (Zoom) & Gartensaal, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestraße 31, 45128 Essen

03.06.26

Rote Linien | Red Lines

Mi / 18:30

Recht unter Druck: Verfassung zwischen Praxis und Interpretation

Podiumsdiskussion

Samira Akbarian, Susanne Baer

Online (Zoom) & Gartensaal, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestraße 31, 45128 Essen

02.06.26

Rote Linien | Red Lines

Di / 18:30

Reaktionsmaschine. Grenzmarkierungen, Überschreitungen und Lagerbildung in sozialen Medien

Gespräch mit Rupert Gaderer

Rupert Gaderer, Ruhr-Universität Bochum

Online (Zoom) & Gartensaal, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestraße 31, 45128 Essen

20.05.26

Rote Linien | Red LinesVisual Literacy

Mi / 18:30

Böse Bücher? Politiken des Zeigbaren im Kinder- und Jugendbuch

Podiumsdiskussion

Johanna Hähner, Corinna Norrick-Rühl, Mareike Stoll

Online (Zoom) & Gartensaal, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestraße 31, 45128 Essen

22.04.26 – 24.04.26

Rote Linien | Red Lines

Crisis and Form: Politicizations of Art

Conference

Institute for Advanced Study in the Humanities Essen (KWI), Goethestr. 31, 45128 Essen