Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zeichnet die Wissenschaftshistorikerin Anke te Heesen mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa 2026 aus. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird am 24. Oktober 2026 in Darmstadt verliehen, zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis und dem Johann-Heinrich-Merck-Preis. Die Laudatio hält die Kulturwissenschaftlerin Hanna Engelmeier.
Begründung der Jury
»Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa 2026 Anke te Heesen. Mit großem Spürsinn und beharrlicher Konsequenz erschließt sie der Wissenschaftsgeschichte neue Dimensionen und Nachbarschaften, indem sie theoretische Neugier mit Aufmerksamkeit für das Detail, Nähe mit Distanz verbindet. Ob sie das Selbstbild der Akteure rekonstruiert, die zur Herausbildung der Quantenphysik beigetragen haben, die Sammlungsstrategien und Wissenspraktiken bündelt, die von den Wunderkammern zu den modernen Museen führen oder mit kunsthistorischer Expertise und feministischer Eleganz zeigt, wie Frauen sich die Ornamente und Muster aneignen, in die Gemälde und Interieurs sie lange gebannt hatten – stets lebt ihre klare Diktion von der Balance zwischen Anschauung und Begriff. Mit ihr ehrt die Akademie eine Protagonistin publikumszugewandter Wissenschaftssprache.«
Der Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa wird seit 1964 von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen. Der Preis wird von der ENTEGA Stiftung finanziert.