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08.07.

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Was war Kulturkrieg? Auseinandersetzung um Ideologie, Weltanschauung und Wissenschaft seit 1850

Kurt Bayertz, Barbara Beßlich

Online (Zoom) & Gartensaal, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestraße 31, 45128 Essen

Debatten um Gendern, Identitätspolitik oder den Status wissenschaftlicher Erkenntnis werden heute oft als Ausdruck einer neuartigen gesellschaftlichen Polarisierung verstanden. Begriffe wie „Kulturkrieg“ oder „Kampf um Werte“ dienen dabei zur Beschreibung scheinbar unversöhnlicher Gegensätze, um die herum Rote Linien zur Markierung von Fronstellungen gezogen werden. Doch wie neu sind diese Konfliktmuster tatsächlich?

Die Veranstaltung nimmt den Begriff des „Kulturkriegs“ aus historischer Perspektive in den Blick und fragt nach strukturellen Parallelen zwischen aktuellen Auseinandersetzungen und ideologischen Debatten des 19. Jahrhunderts. Bereits damals entzündeten sich heftige Kontroversen an Fragen von Sprache, Moral, Religion, Wissenschaft und gesellschaftlicher Ordnung – Konflikte, in denen es weniger um einzelne Sachfragen als um konkurrierende Weltdeutungen und kulturelle Deutungshoheiten ging. Zu denken ist hierbei um Auseinandersetzungen um Materialismus, Darwinismus oder die Grenzen des Naturerkennens.

Ausgehend von literatur-, ideen- und philosophiegeschichtlichen Perspektiven diskutieren die Literarturwissenschaftlerin Barbara Beßlich (Universität Heidelberg) und Kurt Bayertz (Universität Münster), wie der Begriff „Kulturkrieg“ historisch entstanden ist, welche Funktionen er in unterschiedlichen Kontexten erfüllte und was gewonnen – oder verzerrt – wird, wenn er zur Beschreibung gegenwärtiger Konflikte herangezogen wird.

Ziel der Veranstaltung ist es, aktuelle Debatten nicht zu relativieren, sondern sie in längeren historischen Linien verständlicher zu machen. Der Blick zurück soll helfen, gegenwärtige Polarisierungen präziser einzuordnen und die Dynamiken ideologischer Konflikte jenseits tagespolitischer Zuspitzungen zu reflektieren.