Deutscher Fotobuchpreis verliehen

Vergangenes Wochenende wurde im Rahmen des Internationalen Festivals Fotografischer Bilder  in Regensburg der Deutsche Fotobuchpreis verliehen. In zwölf Kategorien ehrt dieser Preis das besondere Medium des Fotobuchs. Dieses Jahr erhielt der luxemburgische Fotograf Marc Schroeder die Goldmedaille für seinen Band „Order 7161“ in der Kategorie „dokumentarisch-journalistisch“. Kunsthistorikerin Anja Schürmann, die am KWI zum künstlerischen Fotobuch forscht und Mitglied der diesjährigen Jury war, hielt die Laudatio im Regensburger Leeren Beutel.

Das prämierte Buch behandelt Stalins „Order 7161“, den Befehl zur Deportation von ca. 70.000 Rumäniendeutschen zur Zwangsarbeit in die UdSSR Ende des Zweiten Weltkrieges. Dies diente dem Wiederaufbau der Sowjetunion und galt als Reparationsleistung für die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. Dazu interviewte und porträtierte Schroeder vierzig Überlebende und kombiniert ihre Schilderungen mit ergänzenden Archiv- und Kontextbildern.

Anja Schürmann hebt in ihrer Laudatio den Archivcharakter des Buches hervor: „Es besteht aus Fotografien und Egodokumenten der Deportierten und ist damit nicht nur ein Fotobuch, sondern ein Archiv. Ein Archiv, das in einer Zeit entstand, in der die Menschen, die damals als Sachmittel galten, noch lebten. Und daher verdanken wir dem Fotografen eine historische, archivarische und künstlerische Arbeit, die die älteste Funktion der Fotografie aufs Neue belebt: Ein Gedächtnis zu sein.“

Die vollständige Laudatio lesen Sie hier, eine Liste aller Preisträger*innen 23|24 finden Sie ebenfalls auf der Seite des Fotobuchpreises.

Alle prämierten Buchtitel gehen im Anschluss an das Festival auf eine einjährige Ausstellungstournee durch Europa und Asien.