Und jetzt ich – Hanna Engelmeier und Danilo Scholz über Gelehrten(auto)biographien

Schon lange ist die Autobiographie für die Forschung ein faszinierendes Thema gewesen, das immer wieder Diskussionen über Geschichtsschreibung, fiktionales und faktuales Erzählen, Subjektkonstitutionen und Psychodynamiken angeregt hat. In den letzten zwei Jahren erschienen nun vermehrt biographische, aber vor allem auch autobiographische Texte, in denen Forscher*innen sich selbst und ihresgleichen zum Thema machen. Jenseits von Jahrestagen und Verkaufspotentialen erfüllen diese biographischen Texte ganz offensichtlich einen Bedarf, der sowohl mit der Herausbildung von Forschungsrichtungen wie „Theoriegeschichte“ zusammenhängt, als auch den Vorteilen der biographischen Form geschuldet ist, die Erkenntnisse anhand von klar konturierten Protagonist*innen verdichtet.

Auf dem YouTube-Kanal des KWI ist jetzt eine Diskussion zwischen Hanna Engelmeier und Danilo Scholz zu diesem Thema zu sehen. In ihrem Gespräch diskutieren Scholz und Engelmeier einige Neuerscheinungen und Publikationen der jüngeren Zeit, die dieses Genre bedienen, darunter unter anderem Heike Behrend: Menschwerdung eines Affen, Marlene Hobsbawm: Meet Me in Buenos Aires, Axel Schildt: Medien-Intellektuelle in der Bundesrepublik, Paul Nolte: Lebens Werk. Thomas Nipperdeys „Deutsche Geschichte“, Barbara Cassin: Le bonheur, sa dent douce à la mort oder Charles King: Schule der Rebellen.