Wissenschaftskommunikation

Wissenschaft ist schon immer kommuniziert worden. Doch gegenwärtig gibt es immer deutlicher zu vernehmende Einladungen und Verpflichtungen zu verstärkter und erneuerter Wissenschaftskommunikation: Davon versprechen sich viele Akteure nicht nur bessere Informationsmöglichkeiten, sondern eine transparentere Forschung, eine bessere Einbindung der Zivilgesellschaft und die Eindämmung von Wissenschaftsskepsis und Wissenschaftsfeindlichkeit. Am KWI gehen wir davon aus, dass Investitionen in mehr Wissenschaftskommunikation nicht automatisch vielschichtige soziale und politische Probleme lösen. Wir wollen zunächst besser verstehen, wie Wissenschaftskommunikation sich historisch entwickelt hat und wie sie in unterschiedlichen Wissenschaftssystemen noch präziser beschrieben werden kann. Erst wenn ihre Funktionen und unter Umständen auch Fehlentwicklungen wirklich verstanden werden, sind Empfehlungen für neue Formate gut zu begründen.

Wir glauben, dass die Kulturwissenschaften dazu einen wichtigen Beitrag leisten können. Dies bedeutet auch, dass man die Analyse von Wissenschaftskommunikation nicht allein der Kommunikationswissenschaft überlassen sollte. Auch Historiker*innen, Kulturökonomen und Soziolog*innen, ebenso wie Expert*innen für Bildgestaltung, Design, Mediennutzung, Erzählen, Rhetorik und Journalismus, können wichtige Beiträge leisten. Wichtig ist für uns in diesem Arbeitsfeld, Beschreibungen und Analysen von Wissenschaftskommunikation nicht kommerziellen Anbietern und Beratern zu überlassen, sondern neue Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen gegebenenfalls auch kritisch zu kommentieren. Und uns mit langfristigeren Entwicklungen und Systemeffekten gerade auch populärer Maßnahmen zu befassen.

Aktuelles

VW-Stiftung fördert Rhine-Ruhr Centre for Science Communication Research an vier Standorten

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Um die Forschung über Wissenschaftskommunikation in Deutschland nachhaltig voranzubringen, fördert die Volkswagen-Stiftung vier neue Forschungszentren mit insgesamt 15 Mio. Euro. Eines dieser Zentren wird das Rhine-Ruhr Centre for Science Communication Research, an dem das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) unter der Federführung von Direktorin Julika Griem beteiligt ist. Weitere Projektpartner sind das Institut für Journalistik der […]